Ahauser Schlosskonzerte

Auch die kommende Saison bietet ein abwechslungsreiches Programm. Zusammengestellt mit viel Enthusiasmus, Leidenschaft und musikalischem Sachverstand vom künstlerischen Leiter der Konzertreihe, Norbert van der Linde.


Programmübersicht

30. September 2018, 19.30 Uhr, Ahauser Schlosskonzerte

Laurent Albrecht Breuninger – Violine
Amanda Kleinbart – Horn
Thomas Duis – Klavier

 

Sieht man von reiner Bläserkammermusik ab, ist das Horn ein eher seltenes Kammermusikinstrument, zumal in Verbindung mit der Geige und dem Klavier. „Erfunden“ hat die Besetzung Johannes Brahms, zu dessen erklärten Lieblingsinstrumenten das Waldhorn gehörte. Und da dürfte es dem Hamburger Brahms besonders gefallen, dass im ersten Schlosskonzert der Saison 2018/2019 bei seinem Horntrio die Wahlhamburgerin Amanda Kleinbart als Hornistin mit von der Partie ist – sie, die erst jüngst im NDR Elbphilharmonie Orchester eine der begehrtesten Hornstellen überhaupt errungen hat und damit gewissermaßen in den Adelsstand der Hornistenriege gehoben wurde.

Ihre Trio-Partner gehören ohnehin zur Crème de la Crème der Kammermusik. An Laurent Albrecht Breuninger konnten sich die Ahauser vor etwa 17 Jahren, als ich ihn das erste Mal nach Ahaus einladen durfte, kaum satthören, und Thomas Duis´ Laufbahn habe ich auch deshalb immer aufmerksam verfolgt, weil er genau eine Generation vor mir studierte und daher schon zu meinen Studentenzeiten immer als einer der herausragenden jungen deutschen Pianisten gehandelt wurde.
Die beiden – inzwischen renommierte Professoren – werden im „Mittelteil“ des Konzertes mit César Francks A-Dur-Sonate eines der schönsten Werke für Violine und Klavier zum Besten geben.
Den Rahmen des Konzertes aber bilden Werke für Violine, Horn und Klavier und ich glaube, ich sage nicht zu viel, wenn ich Ihnen hier verspreche, dass Sie nach dem Hören der Trio-Fassung des Hornquintetts von Wolfgang Amadeus Mozart und des berühmten Horntrios von Johannes Brahms dessen besondere Zuneigung für dieses wunderbar weich klingende, aber auch besonders schwer zu spielende Blasinstrument teilen werden – sofern dies nicht schon längst der Fall ist.

Norbert van der Linde

 

Programm:

Wolfgang Amadeus Mozart:  Hornquintett Es-Dur KV 407 in der Trio-Fassung
César Franck: Sonate A-Dur für Violine und Klavier
Johannes Brahms: Trio Es-Dur für Horn, Violine und Klavier, op. 40

 

 

11. November 2018, 19.30 Uhr, Ahauser Schlosskonzerte

Bartholdy Quintett

Ulf Schneider – Violine
Anke Dill – Violine
Volker Jacobsen – Viola
Barbara Westphal – Viola
Gustav Rivinius – Violoncello

 

Üblicherweise laden Streichquartette einen Gast ein, um dann mit ihm als Streichquintett ein Konzert zu bestreiten. Feste Streichquintett-Formationen sind also die Ausnahme. Dieses zu ändern, haben sich die fünf großartigen Künstler des Bartholdy Quintetts, die sich bereits über viele Jahre kennen und inzwischen eines der wenigen festen und arrivierten Streichquintette bilden, auf die Fahne geschrieben. Die langjährige kammermusikalische Erfahrung der einzelnen Mitglieder fließt in die gemeinsame, kontinuierliche und intensive Arbeit ein und ermöglicht so Interpretationen größter Homogenität und Virtuosität.
Das Bartholdy-Quintett hat sich dabei insbesondere seltener gespielten Werken verschrieben. Zu diesen unbekannteren „Perlen“ der Streicherkammermusik gehört ganz sicher Alexander Zemlinskys zweisätziges d-Moll Streichquintett. Natürlich darf mit Felix Mendelssohn-Bartholdy auch der Namensgeber des Quintetts nicht fehlen und tatsächlich steht mit dem A-Dur Streichquintett eines seiner seltener gespielten Quintette, von denen er insgesamt sechs komponierte, auf dem Programm. Und wer gesellt sich idealerweise zum „Mozart des 19. Jahrhunderts“, um ein Bonmot Robert Schumanns zu Mendelsohn aufzugreifen?  Mozart höchstselbst!

Freuen Sie sich also auf eine gelungene Mischung aus Bekannterem und Unbekannterem und vor allen Dingen auf fünf wunderbar musizierende Künstler von Weltruf.

Norbert van der Linde

 

Programm:

Alexander Zemlinksy: Zwei Sätze für Streichquintett d-Moll
Wolfgang Amadeus Mozart:  Quintett c-Moll für zwei Violinen, zwei Violen und Violoncello, KV 406
Felix Mendelssohn-Bartholdy: Quintett Nr. 1 A-Dur für zwei Violinen, zwei Violen und Violoncello, op. 18

 

 

 

9. Dezember 2018, 19.30 Uhr, Ahauser Schlosskonzerte

CONCERT ROYAL, Köln

Karla Schröter – Barockoboe / Leitung
Gábor Hegyi –  Barocktrompete
Ulricht Ehret – Barockoboe
Filine Precht – Traversflöte
Christine Moran – Violine
Michael Hochreither – Violoncello
Willi Kronenberg – Orgelpositiv


Eine Orgel im Ahauser Fürstensaal? Das ist ein Novum und bringt eine bislang „unerhörte“ Klangfarbe in den Raum. Dabei passt das Ensemble CONCERT ROYAL nicht nur vom Namen her geradezu ideal in dieses fürstbischöfliche Ambiente, sondern auch besonders gut in die Saison 2018-2019. Schließlich sind die Barockmusik und die historisch informierte Aufführungspraxis in Ahaus nicht nur in dieser Saison, sondern in den letzten Jahren insgesamt etwas unterrepräsentiert – und das in einem Barockschloss! Um dieses Defizit ein wenig auszugleichen, konnten Karla Schröter und ihr Spezialistenensemble und damit einmal mehr ECHO-Preisträger für unsere Schlosskonzerte gewonnen werden.
Das Ensemble widmet sich besonders der Aufführung von Bläsermusik unbekannter Komponisten des 18. Jahrhunderts und dies mit dem originalen Instrumentarium. Diese oftmals zu Unrecht vergessene Musik etwa eines Johann Georg Linike kombiniert das Ensemble in Ahaus geschickt mit Werken derjenigen, die – nicht ganz zu Unrecht – als die Großen ihrer Zeit in die Musikgeschichte eingegangen sind: Johann Sebastian Bach, Georg Philipp Telemann und Antonio Vivaldi.
Karla Schröter bringt dabei durch ihre unterhaltsamen Konzertmoderationen ihre jeweiligen Neuentdeckungen und die Besonderheiten des Instrumentariums dem Publikum höchst anschaulich nahe.

Schließen möchte ich hier ganz barock: Carpe diem oder besser noch Carpe vesperum! Besuchen Sie dieses außergewöhnliche Konzert und atmen sie an diesem Abend etwas ein vom musikalischen Geist und kulturellen Flair der Entstehungszeit des Ahauser Schlosses.


Norbert van der Linde


Programm:

Werke von Telemann, Fasch, Bach, Linike, Vivaldi, Albinoni u.a.

27. Januar 2019, 19.30 Uhr, Ahauser Schlosskonzerte

Ebonit Saxophonquartett

Vitaly Vatulya – Sopransaxophon
Dineke Nauta – Altsaxophon
Johannes Pfeuffer – Tenorsaxophon
Paulina Marta Kulesza – Baritonsaxophon

     
Monsieur Adolphe Sax wäre wohl glücklich! Mehr als eineinhalb Jahrhunderte nach seiner Erfindung, dem Saxophon, spielen junge Musikerinnen und Musiker auf Saxophonen in einer vollendeten Balance, als wären sie ein Streichquartett. Populär wurde das Saxophon durch den Jazz, aber das Ebonit Saxophonquartett scheint eine neue Ära im klassischen Spiel mit diesen Instrumenten zu eröffnen. Puristen mögen freilich die Nase rümpfen über Bearbeitungen originaler Streichquartettwerke für vier Saxophone, doch fraglos erhalten diese Werke dadurch ein neues und aufregendes Gewand. Inzwischen mausern sich die Saxophonquartette so fast zu Konkurrenten für die etablierten Streichquartette. Natürlich gibt es mittlerweile auch eine relativ große Anzahl von Originalwerken für das Saxophonquartett oder aber anspruchsvolle und ansprechende Bearbeitungen bekannter Musikstücke aller Art.
Das Ebonit Saxophonquartett ragt dabei nicht nur deshalb aus der Garde der immer neu aus dem Boden sprießenden Saxophonensembles heraus, weil es die wichtigen Wettbewerbe in diesem Genre gewinnen konnte. Die jungen Amsterdamer sind vielmehr ein besonders inspiriertes und inspirierendes Ensemble, das der Kammermusikwelt durch kreative Programme und eindrucksvolle Interpretationen eine ganz persönliche Note verleiht.

Den eingefleischten Streichquartettfreunden sei gesagt: Kommen Sie gerne zu den Ebonits! Sie werden nichts vermissen! Alle anderen werden ohnehin begeistert sein!

Norbert van der Linde

 

Programm:
 
Wolfgang Amadeus Mozart: Streichquartett in C-Dur, KV 157 („Mailänder Quartett“)
Alexander Glazunov: Saxophonquartett, op. 109
Jean Francaix: Petit Quatuor
Jean Rivier: Grave et Presto
Samuel Barber: Adagio for Strings
Astor Piazzolla: Suite del Angel / Introduccion al Angel / Milonga del Angel / Muerto del Angel

 

 

 

24. Februar 2019, 19.30 Uhr, Ahauser Schlosskonzerte

Orion Streichtrio

Soyoung Yoon – Violine
Veit Hertenstein – Viola
Benjamin Gregor-Smith – Violoncello


Drei Sterne gleicher Größe und in ähnlichem Abstand bilden den Oriongürtel und tatsächlich greifen die drei Musiker des Orion Streichtrios in gewisser Weise musikalisch nach den Sternen. Schließlich gilt das Streichtrio als besonders heikle Kammermusikgattung, da die drei Spieler buchstäblich alle Hände voll zu tun haben, die Vollstimmigkeit des Streichquartettsatzes zu suggerieren. Es müssen also drei leuchtende musikalische Sterne sein, die sich an dieses extrem fordernde Genre wagen und die dann noch mit einem besonders hell leuchtenden Stern am Komponistenhimmel, mit Wolfgang Amadeus Mozart, beginnen – Mozart, dessen Musik so schrecklich schwer zu spielen ist und dabei doch so leicht klingen soll. 
Die treuen Besucher unserer Konzerte ahnen es: Wenn Soyoung Yoon ein Streichtrio gründet, wird das gelingen, denn dann schaut sie sich bei den Besten um, und mit Veit Hertenstein und Benjamin Gregor-Smith hat sie zwei der Besten gefunden. Sie selbst gehört zu den phänomenalsten Geigerinnen, die jemals in Ahaus aufgetreten sind, hat sie doch vor einigen Jahren das Publikum im Fürstensaal mit einer Mischung aus Staunen und Ehrfurcht zurückgelassen. Daher erfolgt hiermit – in anderer Konstellation – eine bereits länger geplante Wiedereinladung.

Freuen Sie sich also auf ein Wiedersehen, freuen Sie sich auf ein selten zu hörendes, aber ungeheuer reizvolles Genre, und genießen Sie dieses Ausnahmeensemble!

Norbert van der Linde
 

 

Programm:

Wolfgang Amadeus Mozart: Divertimento Es-Dur für Violine, Viola und Violoncello, KV 563
Franz Schubert: Trio B-Dur für Violine, Viola und Violoncello, D 581
Zoltán Kodály: Intermezzo für Streichtrio (1905)
Ernst von Dohnányi: Serenade für Streichtrio, op. 10

 

 

24. März 2019, 19.30 Uhr, Ahauser Schlosskonzerte

Gewandhaus Brass Quintett

Lukas Beno – Trompete
Gábor Richter – Trompete
Jan Wessely – Horn
Tobias Hasselt – Posaune
David Cribb – Tuba

 

In einer Region wie dem Münsterland mit seinen hervorragenden Big Bands und Blasorchestern spielt die Blechblasmusik bekanntermaßen eine besondere Rolle. Da liegt es nahe, auch bei den Ahauser Schlosskonzerten wieder einmal ein Spitzenensemble der Blechblasmusik einzuladen und dazu gehört das Gewandhaus Brass Quintett fraglos. Es ist das jüngste von nur drei Kammermusik-Ensembles, das den Namen „Gewandhaus“ im Namen tragen darf (neben dem Orchester und den beiden Chören). Der Titel wird vom Gewandhauskapellmeister verliehen, der damit auch für die Qualität des Ensembles bürgt.
Die stilistische Bandbreite der Fünf – allesamt hoch prämierte Solo-Bläser des weltberühmten Gewandhaus-orchesters – erstreckt sich vom brillanten Barockklang über atemberaubende Rhythmen moderner Kompositionen bis hin zum jazzigen Groove. So zeigen sie auch in Ahaus mit ihrer Programmkonzeption nicht nur den Facettenreichtum ihrer Instrumente, sondern auch, wie breit sie als Musiker „aufgestellt sind“, um einen Ausdruck aus dem Ökonomenjargonzu bemühen.

Wo immer sie auftreten, begeistern die fünf Musiker die Zuhörer mit ihrem charmanten Auftreten ebenso wie mit musikalischem Drive und ungebremster Spielfreude. Vielleicht verirrt sich ja zum Abschluss der Konzertsaison 2018-2019 insbesondere der eine oder andere Freund gehobener Blechblasmusik in den Ahauser Fürstensaal…!

Norbert van der Linde


Programm:

Kevin McKee: Escape und Iron Horse
Johann Sebastian Bach: Toccata und Fuge in d-moll und Contrapunctus IX aus „Kunst der Fuge“
Igor Stravinsky: Suite
Malcolm Arnold: Quintett       
Alexander Arutiunian: Armenian Scenes
Enrique Granados: Andaluza – Danza Espagñola n˚ 5  
Stephen Sondheim: Send In The Clowns        
Fats Waller: Ain`t Misbehavin`        
Traditional (Gillis): Just a closer walk


Preise und Information

Einzelkarten für Erwachsene: 17,50 € in der Kategorie 1, 15 € in der Kategorie 2

Einzelkarten für Schüler: 9 € in der Kategorie 1, 7,50 € in der Kategorie 2

Abonnement für Erwachsene: 90 € in der Kategorie 1, 70 € in der Kategorie 2

Abonnement für Schüler: 45 € in der Kategorie 1, 35 € in der Kategorie 2

Die Plätze sind nummeriert. Garderobengebühr und Abendprogramm sind im Eintrittspreis enthalten.

Die Konzerte finden im Fürstensaal von Schloss Ahaus, Sümmermannplatz 1, D-48683 Ahaus statt. Konzertbeginn ist jeweils um 19.30 Uhr an einem Sonntag.

 

Kartenbestellung:

kult Westmünsterland
Kreis Borken / Fachabteilung Kultur
Kirchplatz 14
48691 Vreden

Tel. 02564 / 9899111 oder per E-Mail an t.wigger@kreis-borken.de

Die Platzvergabe erfolgt soweit möglich nach Wunsch in Verbindung mit dem zeitlichen Eingang der Bestellung.
Die bestellten Abokarten werden gegen Rechnung zugesandt.

Einzelkarten werden an der Abendkasse hinterlegt!