Die alte Eiche in Isselburg-Anholt

Zeuge von über 450 Jahren Geschichte

Der Isselburger Ortsteil Anholt blickt auf eine der wechselvollsten Geschichten der Region zurück. An der Grenze zum Rheinland erlebte der Ort zahlreiche Herrschaftswechsel, mal übernahmen niederländische Truppen die Macht, mal hessische und mal französische. Unbeschadet überstanden hat die Jahrhunderte die alte Eiche an der Anholter Feuerwache. Seit über 450 Jahren reckt sie ihre Wurzeln in das Erdreich mitten im Ortskern.

Mit einem Stammumfang von fast sechs Metern und rund 20 Metern Höhe gehört die Eiche zu den mächtigsten Naturdenkmälern im Kreis Borken.

Der Heimatverein Anholt lässt die dicke Eiche auf einer Informationstafel all das erzählen, was sie in den vergangenen Jahrhunderten erlebt hat. Gegen 1540, als Truppen aus dem damals niederländischen Geldern unter Kaiser Karl V. vertrieben wurden, entwickelte der Baum seine ersten zarten Blätter. 40 Jahre später erlebte er die zweite Eroberung durch die Niederländer und 1588 wie eine Pestepidemie den kleinen Ort Anholt heimsuchte.

Turbulent verliefen auch die nächsten Jahrzehnte rund um den langsam aber stetig wachsenden Baum. Hessen und Niederländer fielen während des Dreißigjährigen Krieges 1638 in Anholt ein. Positiven Einfluss auf die Entwicklung der Eiche hatte 1659 der Bau des Mühlenkanals. Er erhöhte den Wasserstand im Ort und machte es damit auch der Eiche leichter, ihren Durst zu stillen. Während des Spanischen Erbfolgekrieges nahmen 1711 Franzosen Anholt ein, drei Jahrzehnte später stand zu ihren Füßen der erste Fürst zu Salm-Salm. 1945 unterbrach die Zerstörung Anholt noch einmal das friedliche Wachstum der Eiche. Heute lädt eine Bank rund um den Stamm Ausflügler und Spaziergänger zum Verweilen ein.

Der Kreis Borken untersucht regelmäßig die Standsicherheit der stattlichen Eiche. Die Krone wurde seit den 1980er Jahren regelmäßig gestutzt, um die Folgen verschiedener Blitzschäden zu begrenzen.