Vechte

Im Landschaftsplan Schöppingen wurde am 10.02.1999 das Fließgewässer Vechte mit den beiden Oberläufen Burloer Bach und Rockeler Bach auf insgesamt 132,7 ha als Schutzgebiet festgesetzt. Das Naturschutzgebiet umfasst neben dem Gewässerlauf der Vechte auch den Bereich der Aue, in der neben intensiv genutzten Ackerflächen viele Wälder, Gehölzsäume und Grünländer liegen. Dieses Gefüge verschiedener Lebensräume für unterschiedlichste Tier- und Pflanzenarten, benachbart zum Wasserlauf der Vechte, ist von hohem ökologischen Wert. Mit über 13 km Lauflänge der Vechte und ihrer Zuflüsse ist das Naturschutzgebiet ein wesentlicher Bestandteil im Biotopverbundsystem des Schöppinger Raumes.

Die Zuflüsse zur Vechte entspringen im Kreis Coesfeld. Die Vechte durchfließt von Süden kommend den östlichen Teil der Gemeinde Schöppingen nach Norden. Der Gewässerlauf ist über weite Strecken naturnah und vom Menschen wenig verändert. Er ist jedoch hier, wie auch anschließend im Kreis Steinfurt, durch zahlreiche Bauwerke (Mühlenstandorte, Stauwehre und Sohlabstürze), zum Teil stark unterbrochen und in der ökologischen Durchgängigkeit nachhaltig beeinträchtigt. Wanderne Fischarten und andere Wasserorganismen werden hierdurch gehindert, oberhalb gelegene Fließgewässerstrecken oder gar die Quellregion erneut zu besiedeln. Die Vorschläge aus dem für das Naturschutzgebiet erstellten Pflege- und Entwicklungsplan sehen vor, dass die sogenannten Störstellen durch Umfluten oder biologisch überwindbare Sohlgleiten in Zukunft ökologisch optimiert werden. Darüber hinaus sollen an geeigneten Stellen auch wieder Auenwälder entstehen und an den Stellen, wo die Ackernutzung bis an die Böschungskanten heranreichen, sollen Ufersäume oder auch wieder Gehölzstreifen entwickelt werden. In Abstimmung mit der Landwirtschaft wird im Bereich der Vechteaue eine extensive Grünlandbewirtschaftung einer Ackernutzung vorgezogen.

Bemerkenswerte Fischarten im Bereich des Schutzgebietes sind unter anderem Bachschmerle, Dreistacheliger und Zwerg-Stichling, Groppe und Hasel. An geeigneten Uferabschnitten finden sich Eisvogel und Gebirgsstelze sowie Gebänderte Prachtlibelle und Wasserfledermaus. An manchen Stellen haben sich schmale Bach-Erlen-Eschen-Auenwald-Relikte gehalten, in denen Aronstab, Goldnessel, Hohler Lerchensporn, Moschuskraut und Salomonssiegel zu finden sind. Insbesondere im Frühjahr bieten die etwas anspruchsvolleren Waldgesellschaften mit schönen Blühaspekten des Scharbockskrautes und des Buschwindröschens bunte Blütentupfer entlang des Vechtelaufes.



Dieses Projekt wird von der Bezirksregierung Münster aus Mitteln des Programms für Maßnahmen des Naturschutzes und der Landschaftspflege des Ministeriums für Umwelt und Naturschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz des Landes NRW gefördert.