Das Schwarze Venn ist das älteste Schutzgebiet im Kreis Borken. Mit einem Kernbereich von 9 Hektar ist es bereits seit 1936 geschützt. Dabei handelt es sich um einen kleinen Rest des früher bedeutend größeren Schwarzen Venns, das mit dem Weißen Venn eine ausgedehnte Moorlandschaft bildete, die das Westmünsterland vom Kernmünsterland trennte.

In der ersten Hälfte des vorigen Jahrhunderts wurde verstärkt im Schwarzen Venn Torf abgebaut. Anschließend wurden die Flächen für die landwirtschaftliche Nutzung kultiviert. Lediglich einzelne kleinere Sumpfflächen blieben erhalten. Um die abgetorften Flächen landwirtschaftlich nutzen zu können, wurde das Moor durch zahlreiche Gräben entwässert. Auch im Schutzgebiet sank daraufhin der Grundwasserstand, so dass sich Bäume und Sträucher ansiedeln konnten. Die von der Abtorfung ausgesparte ursprüngliche Schutzgebietsfläche ist deshalb heute fast vollständig bewaldet.

Es entstand ein lichter, tiefgründiger Moorbirken-Bruchwald mit randlich stockenden Erlen und Stieleichen sowie Weiden-Faulbaum-Gebüschen. Vereinzelt blieben noch Niedermoorwiesen und Lichtungen mit Pfeifengras erhalten, die ohne Pflege allmählich verbuschen würden. Ein wichtiges Schutzziel ist, die typische Vegetation des Moores besonders zu fördern. Neben der Anhebung des Wasserstandes ist es notwendig, den Nährstoffeintrag in das Gebiet zu unterbinden. Deshalb werden die Grünlandflächen im Schutzgebiet nicht mehr gedüngt und nur extensiv genutzt. Begleitend dazu wurden die verbuschten Bereiche freigestellt, um den lichtbedürftigen Pflanzen des Moores neue Entwicklungs- und Ausbreitungsmöglichkeiten zu geben.

Der östliche Waldbestand „Toschlag“ wurde einst mit Pappeln, Erlen und Lärchen aufgeforstet, ist aber zwischenzeitlich in eine vegetationskundlich bedeutsame Niedermoorwiese umgewandelt worden. Mit dem Landschaftsplan „Rekener Berge“ wurde das Gebiet 1988 deutlich vergrößert und mit der letzten Änderung dieses Planes 1996 auf ca. 37,6 Hektar erweitert. Neuerdings konnten weitere Flächen für den Feuchtwiesenschutz erworben werden. Zusammen mit den benachbarten Schutzgebieten der Heubachniederung, des Lavesumer Bruches und der Borken Berge bildet es einen Teil des Europäischen ökologischen Netzes „NATURA 2000“. In den vergangenen Jahren wurden zahlreiche Pflege- und Entwicklungsmaßnahmen durchgeführt. Auch in Zukunft gilt es, die neu erworbenen Flächen mit Blänken und Kleingewässern anzureichern, insgesamt wiederzuvernässen und mit Auflagen zur extensiven Nutzung an interessierte Landwirte zurückzuverpachten. So werden zusätzliche Lebensräume für Amphibien und Wasserinsekten angelegt, die typischen Pflanzen der Feuchtwiesen gefördert und Brutplätze für Uferschnepfe, Großer Brachvogel und Kiebitze geschaffen

Schwarzes Venn



Impressionen:

Kartenmaterial:


Dieses Projekt wird von der Bezirksregierung Münster aus Mitteln des Programms für Maßnahmen des Naturschutzes und der Landschaftspflege des Ministeriums für Umwelt und Naturschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz des Landes NRW gefördert.