Die dicke Linde in Legden-Asbeck

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Die dicke Linde in Legden-Asbeck breitet seit Generationen ihre massiven Äste aus.
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Drahtseile in der Krone und Stangenverbindungen im Stamm helfen beim Erhalt der Linde.
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Im Sommer zeigt sich die ehemalige Tanzlinde in ihrer vollen grünen Pracht.

Einst tanzten die Asbecker in der Lindenkrone

Gesang und Gelächter drang in vergangenen Zeiten aus der Mitte der dicken Linde in Legden-Asbeck, denn unter ihren Blättern fanden rauschende Feste statt. Der Baum mit seiner überaus breiten Krone war früher eine Tanzlinde, in der sich die Bewohner Asbecks regelmäßig trafen. Heute existiert diese Plattform nicht mehr, der Baum hat allerdings nichts an Schönheit und Größe eingebüßt.

Mitte der 1970er Jahre teilte ein Blitzeinschlag den gesamten Stamm, und es bestand nur noch wenig Hoffnung auf ein Überleben der Linde. Doch der rüstige Baum verkraftete die Katastrophe. So steht die 18 Meter hohe Linde mit einem Kronendurchmesser von 19,5 Metern noch immer frisch und lebendig im Asbecker Lindenweg, Richtung Schöppingen.

Der Kreis Borken führt die Linde seit vielen Jahren als Naturdenkmal und erhält sie durch regelmäßige Pflege. Seit den 1980er Jahren lässt der Fachbereich Natur und Umwelt alle drei bis vier Jahre die Krone schneiteln, also zurückschneiden, damit sich die Triebe, die Jahr für Jahr neu austreiben, besser entwickeln und gedeihen können. Einzelne starke Äste sind ebenfalls seit den 1980er Jahren durch Drahtseile miteinander verbunden. So geben sie sich gegenseitig Halt. Außerdem verhindern die Seile, dass bei einem Unwetter große Äste im Ansatz herausbrechen. Im Jahre 2004 ersetzte und verbesserte der Kreis Borken diese Seile. Zusätzlich stützen sich die beiden Stammhälften gegenseitig durch Stangenverbindungen.

Viele Asbecker erklären das hohe Alter der Linde von geschätzten 1.000 Jahren mit ihrem besonderen Standort: „Mehrere Wünschelrutengänger, die an dem Baumriesen vorbeigingen, fanden `positive Strahlung´, die angeblich für das überdurchschnittliche Alter sorgt", berichtet die Vorsitzende des Heimatvereines in Asbeck, Maria Pier-Bohne. „Deswegen heißt es, dass Asbecker und Gäste, die erschöpft sind, sich eine Weile unter den Baum setzen sollen. Durch die positive Strahlung kehren nämlich bald die neuen Lebensgeister zurück."

Weiterhin wacker hält sie die Behauptung, dass die Linde früher nicht nur zum Tanzen und Lachen, sondern auch zum Richten über Schuldige und Unschuldige gebraucht wurde. So ganz genau weiß allerdings niemand, ob wirklich ein Freigericht unter der Linde getagt hat. Ein etwa 100 Meter entfernter Schandpfahl, der dort bis in die 60er Jahre gestanden hat, bekräftigt aber diese Vermutung. Damit der gerichtliche Zweck der Linde nicht in Vergessenheit gerät, hat der Heimatverein Asbeck vor einigen Jahren ein künstlerisches Objekt, das dem Schandpfahl nachempfunden ist, in der Nähe der Linde aufgestellt.